Word of Mouth Marketing - oder wie Du neue Fotoaufträge bekommst

Donnerstag, 3. November 2016 | 3 Kommentare

Word of Mouth Marketing. Das klingt so wichtig, so modern. Ist aber eigentlich so ursprünglich wie etwas nur sein könnte. Die Technik, die schon vor hunderten von Jahren angewendet wurde, weit bevor der Begriff Marketing überhaupt existierte, ist heute beliebter denn je.
Word of Mouth Marketing, das heißt Empfehlungsmarketing. Mund-zu Mund Propaganda, mögen andere es nennen. Das Marketing des Weitersagens sozusagen.Und das funktioniert. Das hat vor einer Ewigkeit schon funktioniert, als alle Dorfbewohner wussten, wo es das beste Fleisch im Dorf gibt, und das funktioniert noch heute.

Vielleicht funktioniert es heute sogar besser denn je. Nie gab es so viele Angebote, egal, in welchem Bereich man schaut. Sei es Elektro, Dienstleistungen, Mode, .... Die Start Ups sprießen nur so aus dem Boden. Und egal, was ein Kunde heutzutage buchen oder kaufen möchte – immer hat er die Qual der Wahl. Und nicht immer weiß er, was die richtige Wahl ist.
Was machen wir also als Kunde? Wir verlassen uns auf den Rat unserer Familie, Bekannten, Freunde. Wenn sie schon einmal eine bestimmte Marke gekauft haben und zufrieden waren, dann kann es ja so schlecht nicht sein. Freunde kennen uns besser als die großen Werbefirmen, die wissen eben einfach, was uns gefällt. Und wenn sie uns etwas empfehlen, dann glauben wir ihnen. Punkt. So einfach ist das. Und das ist dann eben Word of Mouth Marketing. Die Kunst des Weitersagens.

Empfehlungsmarketing für Fotografen


Schön und gut. Aber wir sitzen hier ja nicht auf Kundenseite sondern auf Verkäuferseite. Wer glaubt, man könnte Word of Mouth Marketing nicht steuern, der liegt falsch. Es gibt ein paar einfache Mittel, um das Empfehlungsmarketing perfekt für seine eigenen Werbezwecke als Fotograf zu nutzen. Ich hab mal meine persönlichen Tipps zusammen gefasst.

Get started

Der erste Punkt auf meiner Liste ist eigentlich selbstverständlich: Baut Euch erstmal eine Basis auf. Fangt erstmal an. Macht einige Shootings, schafft Euch eine Online Präsenz, auf denen vorzeigbare Bilder sind. Kurz: Sorgt dafür, dass die Leute überhaupt etwas haben, worüber sie reden können. Niemand interessiert sich für ein unbeschriebenes Blatt. Wenn Ihr aber erstmal einige Shootings hattet und Eure Facebookseite mit Content und tollen Bildern gefüllt ist, werdet Ihr merken, dass das Word of Mouth Marketing fast wie von selbst losgeht. 

Verteilt Visitenkarten

Auch ein ganz simples Tool, was die meisten bereits nutzen. Gebt den Kunden etwas in die Hand, was sie wiederum weiter geben können. Für die meisten von uns dürften das Visitenkarten sein, auf denen Eure Kontaktdaten stehen. Es bringt ja nichts, wenn ein Kunde seinem besten Freund von Euren tollen Fotos erzählt, aber der Freund dann letztlich Euren Namen vergisst.
Visitenkarten sind dabei so das unkreativste, aber bestimmt auch effektivste Mittel. Ihr könnt zum Beispiel auch über Postkarten mit Eurem Logo nachdenken, über Kugelschreiber, und und und. Das sollte aber immer der zweite Schritt sein und die Visitenkarte ist aus meiner Sicht unumgänglich.

Visitenkarten für Word of Mouth Marketing nutzen

Zufriedenheit ist alles

Eure Kunden können nur als positive Botschafter für Euch wirken, wenn sie auch zufrieden sind. Ist das nicht der Fall, kann das Word of Mouth ganz schnell nach hinten losgehen. Sorgt also dafür, dass Ihnen das Shooting bei Euch gefällt. Und das geht nicht nur bis ans Ende des Shootings, sondern noch darüber hinaus. Bedankt Euch vielleicht mit einer kleinen persönlichen Karte, das macht Euch persönlicher. Und fragt immer, ob alles in Ordnung war. Lasst Eure Kunden Fragen stellen. Stellt Euch Kritik. Und geht immer sachlich damit um. Denkt daran: Der Kunde ist König. Beim Word of Mouth ist diese Redewendung wirklich Gold wert.
Schlechtes spricht sich einfach schneller rum als Gutes. Ein zufriedener Kunde bringt vielleicht einen neuen Kunden. Aber ein unzufriedener Kunde sorgt dafür, dass ihr ein Vielfaches an potenziellen Kunden verliert.

 Fragt nach Empfehlungen

Ebenfalls ein ganz simpler Trick. Bittet Eure Kunden um Weiterempfehlung. Helft Ihnen ein bisschen auf die Sprünge. Viele Eurer Kunden waren vielleicht super zufrieden, aber denken einfach nicht dran Euch weiter zu empfehlen. Wenn ihr sie aktiv darum bittet, tun sie euch diesen Gefallen meist gerne. Ihr braucht Euch gar nicht dafür schämen, oder das Gefühl haben, ihr würdet um Weiterempfehlung „betteln“. Es ist doch ganz natürlich, wenn man sagt: ich freu mich, wenn ihr mich vielleicht weiter empfehlen würdet, wenn ihr jemanden kennt, der Lust auf ein Shooting hat. 

Rabatte gewähren

Vielleicht geht Ihr noch ein Stück weiter und bittet nicht nur um Weiterempfehlung, sondern gebt gleich noch einen Rabattcode mit dazu. So nach dem Motto „10 % auf ein Shooting für Freunde und Bekannte des Kunden“. Damit ist für die neuen Kunden, die geworben werden, die Hemmschwelle geringer, ein Shooting bei Euch zu buchen. Dieses Prinzip funktioniert bei so vielen Freunde-werben-Freunde Aktionen im normalen Handel, wieso sollte es nicht auch bei Euch als Fotograf funktionieren?

Mundpropaganda steuern

Belohnung

Die nächste goldene Regel beim Word of Mouth: Belohnt Eure bestehenden Kunden für die Weiterempfehlung. Gebt den Rabatt nicht nur an Eure potenziellen neuen Kunden, sondern auch an den bestehenden Kunden, der jetzt zu Eurem Botschafter wird. Auch das wird beim Freunde-werben-Freunde immer so gemacht; beide Personen bekommen etwas. Der Neukunde für den Vertragsabschluss und der Bestandskunde für das Werben. So freut der Bestandskunde sich und gibt sich viel mehr Mühe, wenn er für Euch werben soll.

Vernetzen

Zuletzt auch nochmal eine absolute Basisregel: vernetzt Euch. Sucht Euch Freunde und Bekannte, die vielleicht auch selbstständig sind und legt bei Ihnen Visitenkarten aus. Bittet Euren Freundeskreis, bei passenden Gelegenheiten Eure Fotoshootings zu erwähnen und für Euch zu werben. Nehmt Personen, die eine große Reichweite, also einen großen Bekanntenkreis, haben. 
Und sucht andere Fotografen. Helft Euch gegenseitig aus. Wenn Ihr selbst ein Shooting nicht wahrnehmen könnt, dann verlinkt die Seite eines anderen Fotografen. Und lasst es ihn im Gegenzug auch tun. So habt ihr beide etwas davon.

Ich hoffe, dieser Post hat Euch gefallen. Natürlich lässt er sich nicht nur für Fotoshootings anwenden, sondern auf tausend andere Bereiche übertragen. Ich habe mir gedacht, dass ich mal ein bisschen meine Kenntnisse aufschreiben kann. Denn schließlich fotografiere ich und arbeite im Marketing und studiere auch noch Marketing – sodass ich tagtäglich mit solchen Techniken zu tun habe. :)

Wenn es Euch gefallen hat, lasst es mich wissen.

3 liebe Kommentare ♥

» Judith | 5. November 2016 um 21:14

Ja, wenn ich mal so weit wäre... ;) Aber im Moment habe ich noch so wenige Aufträge und bin auch selbst noch viel zu unsicher in meiner Rolle der Fotografin, dass es so für den Moment auch in Ordnung ist.
Für die Zukunft lohnt es sich aber an deine Tipps zu denken! ;)

Liebe Grüße
Judith

» Christine | 10. November 2016 um 16:05

Zufriedenheit ist wahrlich wichtig, aber ich habe auch schon festgestellt, dass es so ein paar "Zecken" gibt, die nicht mehr als Energie saugen. Bei manchen Kunden muss man auch irgendwann einen Haken dahinter machen und aufgeben. Man kann nicht jeden zufrieden stellen; denn manchmal stellt man trotz all dem Reden und Planen im Vorfeld später fest, dass die Vorstellungen total auseinander klaffen.
Und wenn man mit solchen Dingen möglichst professionell umgeht, stellt man fest, dass man trotzdem keine negative Propaganda bekommt. Selbst wenn diese angedroht wird.

» DieCaroline | 16. November 2016 um 20:50

Gute Tipps, ich mein das meiste weiß man denke ich schon, aber das nochmal so zu lesen und zu beherzigen ist auch wichtig und selbst wenn man das einhält braucht man trotzdem immer Glück und Connections auch noch! Und es ist eben harte Arbeit die sich lohnt :)
http://caroline-maeske.de/blog

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