Du bist mehr als nur die Zahl auf dem Bildschirm

Dienstag, 26. Januar 2016 | 10 Kommentare

Wir sind immer online.
Wir leben virtuell. 
Wir checken unsere Likes und hängen so viel daran auf. 
Wieso hat mein neues Bild nur 10 Likes? Was mache ich falsch? Warum habe ich über Nacht schon wieder 3 Leser weniger? Und weshalb kommt eigentlich keine Reaktion, wenn ich etwas poste?

Online zählt die Frage nach den Likes. Es geht um Reichweite, Follower, Fans. Und ja, keiner gibt es gerne zu, aber ich denke, so ziemlich jedem von uns ist das wichtig. Wir stecken so viel Arbeit in unser Hobby, unseren Nebenjob, unseren Blog, oder was auch immer. So viel Arbeit. Herzblut. Leidenschaft. Und wir tun das nicht nur, um uns selbst zu gefallen. Hand aufs Herz. Es geht auch darum, wie unsere Arbeiten ankommen. Wir möchten zeigen, was wir können. Vielleicht sogar Menschen inspirieren. Blogs und Fanpages leben von Reichweite und Lesern. 


Und - noch einmal Hand aufs Herz. Ich glaube, den wenigsten fällt genau das einfach. Man gewinnt nicht einfach Leser über Nacht. Der Blog wird nicht einfach so bekannt. Ich glaube, kaum einer von uns hätte gedacht, dass es so schwer ist. 
Denn, ja, es ist schwer. Man denke nur an Facebook und seinen Algorithmus, der dafür sorgt, dass nur noch bestimmte Posts bestimmten Leuten angezeigt werden. Klar, wenn nur ein Zehntel meiner Fans bei Facebook die Bilder von mir sehen, können auch nur ein Zehntel der Fans auf Gefällt mir klicken. Das deprimiert. Es nimmt einem die Motivation, wenn man stundenlang an etwas gearbeitet hat, vollkommen überzeugt davon ist und dann das - 10 Likes. 10 verdammte Likes für ein Werk, von dem man glaubt, dass es eins seiner bisher besten Werke ist? 


Und dann sind da noch die anderen. Unsere Ansprüche wachsen. Haben wir 100 Fans erreicht, erscheint uns diese Zahl plötzlich so gering. Wenn am Anfang die 1000 so unfassbar toll erschien, so sehen wir mit 900 Likes, dass so viele andere Menschen mit ihrer Seite nicht 1000 sondern 5000 Likes haben. Dagegen sind wir klein. Klein, unbedeutend. Und wir zweifeln. Wir fragen uns, was das wohl heißen mag. Ob wir vielleicht einfach schlecht sind, schlecht und unwichtig. 


Manchmal geht es so weit, dass wir vergessen, dass es unser Hobby ist. Unsere Leidenschaft. Wieso ist es uns nicht egal, wie viele Likes wir haben? Es macht uns stolz und das ist doch schon Grund genug?! Es wird immer jemanden geben, der mehr Likes hat als wir selbst. Genauso wie es immer jemanden geben wird, der besser ist als wir. Aber das heißt ja nicht, dass wir schlecht sind. 

Hören wir auf, uns über Likes zu messen. Machen wir uns vielleicht klar, dass genauso wie es Leute mit mehr Likes gibt, es Leute mit viel weniger Likes gibt. Die sich über deine Fananzahl freuen würden. Es ist doch egal. Es ist deine Leidenschaft und das zählt. Tu es, weil es Dir gut tut und nicht für andere. Du bist mehr als nur die Zahl auf dem Bildschirm. 


10 liebe Kommentare ♥

» Konfetti Katze | 26. Januar 2016 um 19:20

Wahnsinnig schöne Aufnahmen & ein Text der wirklich so sehr zum anregen nachdenkt. Du sagst die Wahrheit, so ist es meistens heutzutage. Niemand möchte es zugeben, doch bei fast allen ist es so!
Meine Mama hat ebenfalls Instagram & lädt dort relativ oft Bilder hoch, aber sie macht sie nichts aus Likes. Sie möchte etwas teilen, ihre Leidenschaft zur Gartenarbeit!

Sophie♥

» Bea S. | 26. Januar 2016 um 21:26

Ein toller Post! Die Bilder sind mal wieder unglaublich schön geworden. Du schaffst es immer die besonderen Momente einzufangen!
Mit dem Text hast du unglaublich recht. Gerade wenn man noch am Anfang steht ist man unglaublich schnell enttäuscht, dass man nicht gleich 1 Millionen (okay das ist jetzt übertrieben ^^) klicks bekommt. Mittlerweile weiß ich für mich, dass es nicht darauf ankommt, sondern auf den Spaß den ich dabei habe :) Und ja, natürlich freue ich mich auch riesig über Likes, Klicks und Kommentare :)

Liebste Grüße
Bea von Pink Room

» Judith | 26. Januar 2016 um 21:37

Du hast so Recht! Wirklich schwierig und doch so wichtig!

Liebe Grüße
Judith

» Dandelion Dream | 27. Januar 2016 um 09:12

Du sprichst mir mit deinen Worten aus der Seele. Natürlich freuen wir uns alle über liebe Kommentare und viele Leser, aber genauso sollte man nicht vergessen, warum man es tut. Das Bloggen ist für mich ein Hobby, ein Ausgleich zum Studium und ich tue es nicht für die anderen, sondern vor allem für mich selbst, weil es mir Spaß macht zu Fotografieren und die Ergebnisse zu teilen.
Ich schicke dir ganz liebe Grüße aus dem Süden!
Julia
Dandelion Dream

» Kerstin Tschirner | 27. Januar 2016 um 11:28

So wahre wahre wahre Worte.
Ich versuche mir das auch immer zu sagen, Likes sind nicht wichtig, Kommentare sind schön, aber alleine dafür machst du es doch nicht.
Und doch erwische ich mich immer wieder, wie ich da hinschaue, es kontrolliere und anschließend auch noch enttäuscht bin.
Dabei ist es mein Hobby, soll mir Spaß machen, mir Freude schenken. Es ist für mich, nicht für andere. Das muss ich wohl auch noch lernen.

Danke dir für deinen Beitrag :)

LG Kerstin

» Janne von meeresrauschen | 27. Januar 2016 um 19:09

Du triffst genau ins Schwarze! Ich habe es selbst gemerkt: dadurch, dass ich meinen Blog gerade wiederbelebe, fehlen jedoch die zahlreichen Leser, die ich einst hatte. Dabei ertappe ich mich immer wieder, dass meine Motivation nicht mehr ganz so hoch ist, wie bei meinem "alten" Blog - Leser bedeuten Aufmerksamkeit. Und wie frustrierend ist es, wenn man sich abrackert, sich Mühe gibt - aber keine Rückmeldung kommt?
Doch mir ist auch eins bewusst geworden: Ich mache das nicht nur, um Likes zu bekommen, Leser zu sammeln oder ähnliches. Sondern ich mache es aus Spaß, aus Leidenschaft. Und genau das sollte im Vordergrund stehen.
Ich kann mich dir also nur anschließen. Ein ganz wundervoller Text, vielen Dank dafür. Und auch deine Fotos sind wieder einmal einfach schön geworden.

Herzliche Grüße,
Janne von meeresrauschen

» Katta | 27. Januar 2016 um 20:19

Ich weiß ganz genau was du meinst!

Allerliebste Grüße,
HOLYKATTA

» Amelie | 27. Januar 2016 um 22:08

ich finde das wichtigste ist immer, dass man selbst mit seiner arbeit zufrieden ist - und sich davon auch nicht abbringen lässt, wenn die außen stehenden reaktionen nicht so ausfallen. ich denke mir immer: nur weil es nicht allen gefällt, heißt es nicht, dass es nicht gut ist. das ist nicht immer leicht, aber ich denke, man ist immer noch die beste fotografin, wenn man alles so macht, wie man es selbst am besten findet! :)

viele liebe grüße,
amelie von The Curly Head

» Christine | 29. Januar 2016 um 10:13

Da sprichst du ein sehr wahres Thema an. Das ist halt so eine Sache mit diesen Likes und den Followern... letztlich muss man sich halt auch mal wirklich überlegen, was man da macht. Wenn man es als Hobby betreibt, muss man die Dinge einfach mal ganz klar sehen: es gibt Leute, die das beruflich machen. Die steigern sich richtig rein in Instagram und Co und verwenden darauf unheimlich viel Zeit, sind extrem aktiv usw. Das schafft man in der Regel aber gar nicht, wenn man eigentlich einen anderen Beruf hat.
Und manchmal ist es auch einfach nur Glück. Mal ein Feature irgendwo oder so und auf einmal purzeln wesentlich mehr Follower vorbei.
Grad wenn man gerne fotografiert oder so, möchte man natürlich entsprechende Reaktionen auf seine Fotos bekommen, gar keine Frage. Aber letztlich muss man wirklich versuchen das im Kontext zu sehen.
Mal davon abgesehen, dass ja Facebook mittlerweile wirklich seltsame Sachen macht und man ja schon dafür zahlen muss, dass alle Follower deine Beiträge sehen usw...
Da ist es auch ein bisschen fraglich, wie weit man da heute noch im Vergleich zur Zeit vor vier, fünf Jahren kommt.

Es kommt auch ein bisschen darauf an, wann man das Drüsenfieber bekommt. Bei jüngeren Leuten oder gar kleinen Kindern ist es meistens gar nicht so schlimm oder fällt nicht mal auf. Umso älter man wird, umso heftiger kriegt man das in der Regel. Und dann kommt's noch darauf an, mit was sich das zusammentut. Meistens sucht sich das ja irgendeinen "Aufhänger"... bei mir waren's halt die Nebenhöhlen, bei anderen sind es die Mandeln... dementsprechend kann einem das schon mal ganz schön auf den Geist gehen. ;)

» Sabrina | 9. Februar 2016 um 18:28

Wie wahr....

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