8 Tipps für kreative und emotionale Portraitfotos

Freitag, 13. März 2015 | 23 Kommentare

Regeln. Es gibt so viele Regeln beim Fotografieren und ich glaube, wenn man die alle beachten wollen würde, sähe letztlich fast jedes Foto gleich aus. Kopf nicht anschneiden, Gelenke nicht abschneiden, Goldenen Schnitt beachten, Person und Hintergrund sollten in so und so einem Verhältnis zueinander sein,... 
Ich will nicht sagen, dass diese Regeln unnütz sind - im Gegenteil. Vielmehr will ich sagen, dass man sie einfach nicht zu genau nehmen sollte. Manchmal hilft es auch, ein bisschen aus der Reihe zu tanzen.
Ich bin kein Mensch, der Regeln beachtet und lange Handbücher liest, bevor er loslegt. Ich habe wie die meisten von Euch wissen keine Ausbildung zur Fotografin gemacht und kenne daher schlichtweg auch gar nicht viele Regeln zu Fotografieren. Habe einfach losgelegt und auf mein Gefühl vertraut. Einfach Learning by Doing, ohne Lesen, einfach machen und fühlen, was gut aussieht. Für mich ist Fotografie nichts, was man komplett lernen kann, es ist für mich Kunst und Kunst heißt für mich Regeln zu brechen. 

Ich habe hier in diesem Post natürlich keine Regeln aufgeschrieben, wie ihr fotografieren müsst. Aber ich habe einige Tipps gesammelt, die mir helfen, meine Portraits interessanter und emotionaler zu gestalten. Tipps die vielleicht komplett gegensätzlich zu den gängigen Regeln sind, aber sie machen meine Bilder einfach aus. Vielleicht helfen sie ja dem ein oder anderem von Euch auch ein bisschen, sich mal neu auszuprobieren.

1. Durch die Blume Fotografieren

Versucht doch mal eine Blume oder ein Blatt vor euer Objektiv zu halten. Wenn Ihr mit möglichst offener Blende arbeitet, entstehen dabei so wunderschöne Schärfe/Unschärfe-Verläufe und das Bild bekommt viel mehr Tiefe. Im oberen Bild kann man es schön sehen - die Blätter bilden einen wunderschönen Rahmen für das Bild und der Blick des Betrachters wird durch die Schärfeverteilung automatisch direkt auf das Gesicht des Models gelenkt. 

2. Bilder schräg stellen

Wer sagt denn, dass bei Fotos der Horizont immer gerade sein muss? Seid einfach mal mutig und dreht Eure Kamera um 45 ° - ihr werdet erstaunt über die Ergebnisse sein. Das Bild oben mag für manche Geschmäcker zu viel gedreht sein. Ich persönlich mag es gerade, weil es so extrem ist und dadurch eine ganz andere Dynamik bekommt. Die Blickrichtung des Models passt ebenfalls sehr gut zu der Bilddrehung. 

3. Ungewohnte Perspektiven

Und wo wir gerade bei Blickwinkeln und Perspektiven sind - wieso  denn Personen immer nur von vorne fotografieren? Man muss doch gar nicht immer das Gesicht sehen. In vielen Fällen wirken Fotos, auf denen der Mensch den Rücken zur Kamera hat total interessant und drücken - wie in diesem Fall - auch ganz andere Gefühle aus. 

4. Einfach mal nicht in die Kamera gucken

A propos Gesicht.. Man muss doch gar nicht immer in die Kamera schauen. Den Kopf einfach mal wegdrehen oder den Blick nach unten richten kann so viel ausmachen. Bei diesem Foto zum Beispiel sorgen fast ausschließlich der gesenkte Blick des Models und die passende Körperhaltung für die romantische und verträumte Stimmung. 

5. Kopf auch mal abschneiden

Viele Fotografen sind der Meinung, man sollte weder den Kopf noch irgendwelche Gelenke anschneiden. Das mag natürlich in einigen Fällen auch richtig sein. Bei diesem Bild habe ich beides missachtet - an der Stirn abgeschnitten und auch die Fingergelenke und Hände sind nur halb und komisch zu sehen. Ich glaube gerade das macht es zu einem meiner absoluten Lieblingsbilder. Der Kopf muss nicht immer ganz sein - probiert hier etwas rum. Je nachdem, ob ihr den Kopf ganz oder angeschnitten zeigt, könnt ihr den Blick des Betrachters ganz anders lenken und ganz andere Stimmungen erzeugen. 

6. Details fotografieren

Wie wäre es, einfach mal ein paar Details zu fotografieren? Manchmal sind es gerade diese kleinen Dinge, die die Person vor der Kamera viel mehr charakterisieren als Portraitbilder. Für eine Tänzerin wäre dies eben ein Foto von den Tanzschuhen, den Schuhen mit denen sie schon Wettkämpfe gewonnen hat und einfach so viele schöne Erinnerungen verbindet. Seid kreativ, es muss nicht immer das Gesicht der Person zu sehen sein. Denkt zum Beispiel mal an die typischen Ringfotos auf Hochzeiten oder an ein Foto, auf dem nur zwei Hände, Hand in Hand, zu sehen sind. Sagt dies nicht manchmal viel mehr über den Charakter oder die Beziehung der Menschen aus?

7. mit Farben arbeiten

Konzentriert Euch auf die Farben in den Fotos. Hiermit könnt ihr wunderschöne Effekte erzielen. Hierbei ist es egal, ob ihr eher Kontraste bei den Farben wählt wie im oberen Bild mit den Haaren und dem Rasen, oder eher ein Bild komplett Ton in Ton gestaltet. Beides hat eine tolle Wirkung, wenn auch ganz gegensätzlich. Bilder mit starken Farbkontrasten (wer in der Schule nicht so aufgepasst hat: rot-grün / blau-orange / gelb-lila) wirken in der Regel etwas krasser und dynamischer und eher nicht so sanft. Dafür leuchten sie natürlich wunderschön und stechen direkt ins Auge. Ton-in-Ton Farben sorgen eher für Harmonie und wirken damit oft sehr ruhig und sanft. Es kommt letztlich ganz darauf an, was ihr gerne ausdrücken wollt. :)

8. Gegen die Sonne fotografieren

Ehrlich gesagt ist es mir immer wieder ein Rätsel, warum so viele Leute der Meinung sind, man könne nicht gegen die Sonne fotografieren. Wie oft haben mich schon Personen gefragt, ob es denn überhaupt ginge, wenn ich in die Sonne rein fotografiere. Mal so gesagt: ich kenne kaum eine bessere Möglichkeit. Ihr schlagt hiermit nämlich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: zum Einen sind Eure Models nicht vom Sonnenlicht geblendet und können super gucken und zum zweiten  bekommt ihr wunderschönes weiches Licht. Am Anfang ist es vielleicht ein bisschen schwer, richtig zu fokussieren, aber einfach ausprobieren und ihr werdet es bald gut hinbekommen. Aber kleine Warnung an dieser Stelle: gut möglich, dass ihr nach dem Shooting blind seid ;) DAS ist wirklich ein blöder Nebeneffekt, wenn man die ganze Zeit durch die Kamera direkt in die Sonne schaut.

Ihr Lieben, ich hoffe, diese kleinen Tipps haben Euch gefallen und vielleicht dem ein oder anderen ja ein bisschen geholfen. :) Lasst mir gerne Eure Meinung da! :)


23 liebe Kommentare ♥

» Lisa Blonde | 13. März 2015 um 19:09

Dieser Post gefällt mir wirklich gut.
Du hast viele hilfreiche Tipps zusammengesucht. Und mir werden sie sicherlich sehr helfen. :)

Liebste Grüße,
Lisa von Ash Blonde

» Lilly | 13. März 2015 um 20:18

ein toller post! schöne tipps :)

» Martina Kohler | 14. März 2015 um 08:23

Super Tipps, danke dafür!
Liebe Grüsse Martina

» valhalla | 14. März 2015 um 09:53

ich find's richtig richtig toll, dass du auf der einen seite sagst, dass regeln schon wichtig sind und helfen können, auf der anderen seite aber auch dieses intuitive-sich-nach-bauchgefühl-richten ansprichst. eine mischung bevorzuge ich nämlich und wie gesagt: finde es echt großartig, dass du über die regeln hinaus dein eigenes ding machst. denn (wie hier und eigentlich bei jedem deiner posts) zu sehen, werden daraus wundervolle aufnahmen :) danke für diesen informativen post, ich habe auf jeden fall was für mich und meine fotografie mtigenommen ♥ ich wünsche dir ein schönes wochenende!

» Lioba | 14. März 2015 um 10:02

Das sind richtig tolle Tipps! Falls ich mal damit anfangen sollte, Menschen zu fotografieren, werde ich bestimmt darauf zurückgreifen :)
Ich spiele zur Zeit ziemlich viel mit dem Schärfeverlauf, wie du auch im ersten Tipp geschrieben hast. Klappt leider noch nicht immer, aber es wird :)
Liebe Grüße
Lioba :)

» Nicole Pauluhn Photography | 14. März 2015 um 10:24

Ich halte das ähnlich wie du. Eine Ausbildung oder Kurse habe ich auch nie gemacht, sondern mir die Fotografie selbst beigebracht. Dadurch kennt man einige Regeln nicht, auf manche kommt man selbst, man setzt sie intuitiv ein - oder eben nicht. Für mich muss das gar kein Nachteil sein, denn ich denke, dass es einem irgendwo hilft, eher einen eigenen Stil zu entwickeln und nicht in Regeln festgefahren zu sein. Es entwickeln sich die eigenen Regeln, die die eigenen Bilder ausmachen :) schöner Post von dir!
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
Nicole

» Isa | 14. März 2015 um 13:02

Richtig tolle Tipps :)

» Julia | 14. März 2015 um 13:19

die Tipps sind sehr hilfreich :)
mein Problem ist tatsächlich gegen die Sonne zu fotografieren. Ich habe damit erhebliche Schwierigkeiten und muss mich da definitiv ein bisschen einlesen, wie man es am besten macht

» Judith | 14. März 2015 um 15:20

Das sind schön zusammengestellte Tipps. Auch wenn ich davon einiges schonmal gehört habe, oder es bereits nutze, ist so eine Zusammenstellung trotzdem super!

Liebe Grüße
Judith

» Dandelion | 14. März 2015 um 15:36

Hallo Lea,
der kleine Einblick, in die Art wie du fotografierst war sehr interessant. Den letzten Tipp mit dem Gegenlicht mache ich auch sehr gerne. Ich mag es, wie weich und verträumt dadurch die Fotos werden :)
Liebe Grüße,
Julia
Dandelion

» Luise Röming | 14. März 2015 um 15:59

Schöne Tipps & Bilder die du uns hier vorgestellt hast!

LG Lu

» Lea | 15. März 2015 um 13:04

Also bei deinem letzten Kommentar, dass man nach dem Shooting etwas blind sein könnte, wenn man so lange durch die Kamera in die Sonne blickt, musste ich doch glatt loslachen :DD

» Lisa Marie | 15. März 2015 um 13:19

Das ist auch völlig richtig, Salz entzieht dem Körper Wasser allerdings nur, wenn
man zu viel benutzt. Man muss da ein Gleichgewicht finden. :)

Und ich liiiebe solche Posts, sind tolle Tipps!

» Paleica | 15. März 2015 um 21:12

jedes einzelne bild ist wirklich wundervoll. ich halte es beim fotografieren ja generell gern mit dem regeln brechen. fotografie ist kunst und kunst kennt keine regeln. man sollte sich einfach auf sein gefühl verlassen.

liebe lea, danke für das kompliment! es hat mir richtig freude gemacht, bild und text mal wieder in ein wechselspiel zu stellen. ich merke einfach, dass es mir total fehlt, wenn ich das schreiben zu lange vernachlässige.

» Anshul Bhargava | 16. März 2015 um 07:39

Wow!! Such helpful tips you've given for editing as well as photography! :o I will sure to comply to them in my next photoshoot! I mean, as you already know,I am smitten over your photography skills ^_^ If i can just replicate 1% of it, I will be more than happy!! ^_^

http://anshul90.com

» Paleica | 16. März 2015 um 10:11

liebe lea, wien würde dir bestimmt gefallen! ich drücke dir die daumen, dass es klappt und wenn du mal tipps brauchst kannst du dich gern bei mir melden :)
das letzte war eigentlich nur so eine art zugabe, es ist aber auch mein liebstes geworden!

ich finde diese rationalen fotografen irgendwie oft gar nicht so toll oder zumindest ist es keine art, wie cih fotografieren will. aber vielleicht braucht man das auch mehr wenn man wirklich shootings plant? für mich ist das ja anders, cih gehe einfach raus und sehe, was sich tut, da lässt sich ohnehin nix planen ;)

» Michèle Kruesi | 16. März 2015 um 15:13

Aww, das Bild von hinten fotografiert ist so wunderbar! Super Tipps im allgemeinen – wobei ich dir bei den schrägen Bildern nicht so ganz zustimmen kann. Aber das ist wohl Geschmacksache, ich finds nämlich gruselig :-D

www.thefashionfraction.com

» Very | 16. März 2015 um 16:20

Die Tipps sind wirklich toll! Ich finde es am besten, dass vor jedem Tipp ein Bild ist, auf dem der Tipp umgesetzt ist, damit man sich das richtig gut vorstellen kann :)
Ich verstehe es auch nicht, warum man nicht gegen das Licht fotografieren sollte, denn wenn das Licht von hinten kommt, macht es so einen wunderschönen Rahmen und die Haare leuchten so schön!

Danke für die nützlichen Tipps, ich versuch sie gleich beim nächsten Mal anzuwenden <3
Alles Liebe,
Very

» Very | 16. März 2015 um 16:37

Die Tipps sind wirklich toll! Ich finde es am besten, dass vor jedem Tipp ein Bild ist, auf dem der Tipp umgesetzt ist, damit man sich das richtig gut vorstellen kann :)
Ich verstehe es auch nicht, warum man nicht gegen das Licht fotografieren sollte, denn wenn das Licht von hinten kommt, macht es so einen wunderschönen Rahmen und die Haare leuchten so schön!

Danke für die nützlichen Tipps, ich versuch sie gleich beim nächsten Mal anzuwenden <3
Alles Liebe,
Very

» Lea | 16. März 2015 um 18:13

Die Tips sind richtig gut, davon kannte ich manche schon, aber andere sind mir auch vollkommen neu und ich werde sie mal umsetzen :-)
Liebst, Lea.
http://erdbeertiramisu.blogspot.de/

» Sabrina | 21. März 2015 um 12:09

Sehr gute und hilfreiche Tipps! :)

» Nimsaj | 24. März 2015 um 13:24

Das sind wirklich richtig gute Tipps, danke dafür! Werde ich demnächst gleich mal ausprobieren wenn sich die Gelegenheit ergibt :)

Liebe Grüße :)
Jasmin von nimsajx.blogspot.de

» DunkelBunt | 14. Januar 2016 um 21:01

Eine Super Schön Zusammengefasste Liste von Ideen wie man seine Bilder einfach schöner und Interessanter gestalten kann :)
SUPER !!!!
Deine DunkelBunt von kuntergraudunkelbunt97.blogspot.de

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