Warum ein Portfolio so wichtig ist...

Dienstag, 10. Februar 2015 | 12 Kommentare

Am Anfang jeder Fotografen"karriere" (und sei es als Hobbyfotograf, als nebenberuflicher Fotograf oder auch als professioneller Fotograf) steht man in der Regel alleine da. Unbekannt. Ohne großartige Bilder, ohne Kunden, die sich für einen interessieren. 
Es gibt die Leute, die eine Fotografenausbildung machen und somit die Möglichkeit haben, schon von Anfang an viele Kontakte zu knüpfen, Shootings zu machen und zu begleiten und somit auch schon ein Portfolio haben. 
Aber es gibt eben auch solche Personen wie mich, die keine Ausbildung haben (und damit möchte ich jetzt keine Diskussion lostreten, ich weiß wie kritisch dieses Thema von vielen gesehen wird) und somit am Anfang wirklich Schwierigkeiten haben. Auch wenn es noch so viele große und tolle Fotografen gibt, die einfach unglaublich tolle Fotos machen, es sei Euch gesagt: (so ziemlich) jeder hat mal klein und unbedeutend angefangen. So ziemlich jeder hat am Anfang Bilder gemacht, über die er sich im Nachhinein vielleicht sogar schämt und bei den Wenigsten war es einfach, bekannt zu werden und Aufträge zu bekommen. 

Am Anfang jedes Auftrags steht das Portfolio

Üben, üben, üben, heißt es in der Fotografie, wie in fast allen anderen Bereichen, um besser zu werden und sich weiter zu entwickeln. Doch zum fotografieren von Portraits benötigt man nunmal Menschen, seien es nun wirkliche bezahlte Aufträge oder auch einfach Personen, die Ihr zum Üben oder für eigene Projekte fotografieren könnt. Und am Anfang jedes Auftrags steht Euer Portfolio. Wer ist schon bereit, sich von jemandem fotografieren zu lassen, von dem er noch nie ein Foto gesehen hat? 
Dieser Anfang ist schwierig und wie ihr vielleicht merkt, auch ein kleiner Teufelskreis. Trotzdem ist es am Anfang sehr wichtig, dass Ihr Euch ein kleines Portfolio aufbaut, mit Bildern aus den Bereichen, die ihr später anbieten möchtet. Sucht Euch Freunde oder Familie, die bereit sind, für Euch vor der Kamera zu stehen und deren Bilder Ihr nachher für Euer Portfolio verwenden könnt. Wenn Ihr ein paar erste Bilder gesammelt habt, könnt Ihr vielleicht in Eurem etwas weiteren Bekanntenkreis fragen, ob jemand bereit ist, sich von Euch fotografieren zu lassen. Und wenn Ihr dann noch ein bisschen mehr Erfahrung gesammelt habt, könnt Ihr kostenlose Shootings ausschreiben, von denen Ihr die Bildern dann ebenfalls in Euer Portfolio tun könnt. 

Kunden wollen Beispielbilder

Wenn Ihr Euer Portfolio zusammen stellt, denkt immer an Folgendes: Eure Kunden wollen Beispielbilder. Sie wollen eine Idee haben, wie die fertigen Fotos dann nachher möglicherweise aussehen. Sie wollen nicht einfach "die Katze im Sack kaufen". Wenn Sie Newbornfotos haben möchten, dann müsst Ihr Newbornfotos zeigen. Habt Ihr keine, werdet Ihr den Auftrag womöglich nicht bekommen. Natürlich gibt es hier immer Ausnahmen, aber im Normalfall werdet Ihr nur für die Bereiche gebucht, für die Ihr auch Beispielbilder habt. 
Überlegt Euch also am Anfang ganz genau, welche Bereiche Ihr fotografieren möchtet und spezialisiert Euch gegebenenfalls auf etwas. Es ist meiner Meinung nach besser, in einem oder wenigen Bereichen Spezialist zu sein, als wirklich alles anzubieten, aber alles eben nur mittelmäßig zu machen. Ich persönlich habe mich auf Portraits/Gruppenfotos und Hochzeiten spezialisiert. Für die Bereiche habe ich natürlich auch Beispielbilder, die ich Kunden zeigen kann. Kommt eine Newbornanfrage, lehne ich diese freundlich ab und verweise auf eine befreundete Fotografin, die den Auftrag möglicherweise übernehmen könnte. 

Aber welche Form sollte so ein Portfolio überhaupt haben?

Es gibt ganz viele verschiedene Möglichkeiten, ein Portfolio zu erstellen. Dies beginnt bei schön designten PDFs, die Ihr einfach per Mail verschicken könnt. Eine weitere Möglichkeit, die die meisten nutzen ist eine Homepage, auf der das Portfolio gezeigt wird und natürlich gleichzeitig noch Informationen über Euch bekannt werden. Außerdem könnt Ihr Euch natürlich eine Mappe mit Prints anlegen, die Ihr zu Events oder Kundenterminen mitnehmt. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten und hier habe ich nur ein paar aufgezeigt. Letztlich müsst Ihr selber wissen, welche die Richtige für Euch ist. Vermutlich wird es eine Mischung aus allem sein ;) 
Ich nutze für Kundenanfragen hauptsächlich meine Homepage (www.leakalinsky.de) und habe darüber hinaus auch eine Mappe, die ich aber selten brauche. 

Das Wichtigste am Portfolio ist aber sowieso: sieht zu, dass Euer Stil erkennbar ist. Natürlich sollte ein Portfolio im besten Fall auch etwas hervorstechen und Interesse wecken, aber am Wichtigsten ist es, dass Ihr mehr oder weniger durchgehend Euren Stil zeigt. Und das heißt nicht, dass alle Bilder komplett gleich sein müssen. Natürlich könnt Ihr auch den ein oder anderen "Ausreißer" zeigen, um zu beweisen, dass Ihr auch andere Bereiche oder Stile könnt, wenn es denn sein soll. Aber in der Regel sollte ein roter Faden erkennbar sein :)

Ich hoffe sehr, dass Euch dieser Post gefallen hat und der Post dem ein oder anderen vielleicht auch ein bisschen weiter geholfen hat. 


12 liebe Kommentare ♥

» Jana H | 10. Februar 2015 um 19:20

Deine Bilder sind wirklich bezaubernd! *__*
Liebe Grüße, Jana
MeinBlog

» Very | 10. Februar 2015 um 19:45

Danke erstmal für deinen lieben Kommentar! <3

Ich finde es toll, dass du über die Dinge schreibst, die man als Berufsfotograf braucht. So kann sich jeder Hobbyfotograf, der später sein Hobby zum Beruf machen will, schon etwas darauf vorbereiten und weiß was wichtig ist, was man braucht und das es bestimmt nicht einfach werden wird, um sich in der Fotografenwelt zu behaupten.
Und dazu noch richtig schöne Bilder! Besser gehts garnicht :)

Alles Liebe,
Very

» Kimberly Snapshot | 10. Februar 2015 um 20:55

wieso haben deine bilder eig so eine blöde Qualität?

» Juliane | 10. Februar 2015 um 21:12

Wirklich interessanter Post.
Gibt es irgendeine Seite, auf der man ein Portfolio anlegen kann
oder muss man so eine Website alleine schreiben und designen?
LG Juli von Rahmenlos

» Dandelion | 11. Februar 2015 um 16:25

Hallo Lea,
das mit dem Kunstschnee ist wirklich ein guter Trick, das muss ich auch mal ausprobieren :)
Ich hatte schon mal so ein kleines Dirndlshooting, aber damals stand es eher unter dem Motto Rotkäppchen ^^ Die Fotos kannst du hier sehen.
Was mich interessieren würde: deine Homepage hast du die mit wordpress gemacht oder kannst du so gut Webdesign, dass du das alleine geschafft hast :)?
Liebe Grüße,
Julia
Dandelion

» Nicole Pauluhn Photography | 11. Februar 2015 um 20:16

Hallo Lea,
ich finde deinen Artikel wirklich toll! Und deshalb habe ich eine Frage an dich :)
Ich plane auf meinem Blog aktuell einen Artikel über die richtige Erstellung eines (Print) Portfolios und würde deinen Beitrag gerne dazu verlinken, weil er toll erklärt, warum man ein Portfolio benötigt und dich ggf. dann auch zitieren. Wäre das für dich in Ordnung?
Meinen Blog findest du hier: http://fotoliebe-mag.blogspot.de
Liebe Grüße
Nicole

» Dandelion | 12. Februar 2015 um 15:11

Hi Lea,
sry, wahrscheinlich stell ich mich wieder so an, dass ich nicht mal richtig verlinken kann :D Kriegst den Link für das Shooting jetzt einfach so: http://dandelion01.blogspot.de/2013/09/fotoshooting-im-wald.html
Ich bin leider technisch echt total unbegabt, deshalb hab ich auch mit deiner Website gefragt. Das beruhigt mich, dass man dafür kein Webdesign können muss. Ich weiß dass es eigentlich nicht schwer ist, wir haben früher in der Schule mal ein bisschen html gemacht, aber wenn ich so was selber mache, hängts trotzdem immer irgendwo (siehe erster Link).
Liebe Grüße,
Julia

» Cyra | 12. Februar 2015 um 16:03

Toller Post !
-
Liebste Grüße:)
Cyra von:
http://bedeutungsvolle-momente.blogspot.de/

» naomi | 12. Februar 2015 um 16:57

ein tolles lächeln!

» christine polz | 13. Februar 2015 um 09:49

Ich kann dir da in allem Punkten nur recht geben und wirklich nur betonen wie wichtig das Portfolio ist. Auch wenn das mit gelernt/ungelernt immer so eine Sache ist, letztlich interessiert sich ab einem gewissen Punkt niemand mehr dafür und wirklich nur das Buch ist ausschlaggebend.

So ist das nun mal. Ich kriege immer noch unheimlich viele TfP Anfragen. Das nervt manchmal schon fast, weil die das meistens nicht gleich ganz offen sagen, sondern erst mal abchecken wie die Lage ist. Und dann schreibt man schon wieder eine Mail und verschwendet Zeit auf etwas, wo am Ende eh nichts dabei raus kommt.
So was kennt jeder Fotograf zur Genüge.

» sylvana graeser photography | 13. Februar 2015 um 12:21

ach ja das Problem kenne ich auch.
Ich habe schon unendlich viele Schwangerschaftsshootings gehabt. Allerdings nur durch Bekannte.
Dadurch, dass ich diese aber nie ins Portfolio packen darf, werde ich in dem Bereich leider nicht viel gebucht.
Die meisten Kunden gehen einfach davon aus, dass ich diesen Bereich nicht fotografiere, da ich alles andere ansonsten im Portfolio drinne habe :D Ein Teufelskreislauf:D
Liebe Grüße, Sylvana

sylvana graeser blog&fotografie

» Franziska Dully | 13. Februar 2015 um 22:18

Das erste Foto ist der Hammer, ein tolles, ausdrucksstarkes Model! Habe heute endlich auch eine Spiegelreflex bekommen (ein gebrauchtes Canon Modell) und verfolge fleißig deine Beiträge, um zu lernen :)
Liebst,
Franzi von Dullylicious

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